Tinnitus

Lat.: tinnire = tönen, brummen, klingeln

Tinnitus umfasst alle Hörwahrnehmungen (Ohrgeräusche), die nicht durch Laute von außen bedingt sind.

Oft finden sich als Auslöser des Tinnitus Hörstörungen, z.B. aufgrund von Lärmschäden oder eines Hörsturzes. Aber auch bei bestem Hörvermögen kann es dazu kommen, dass man ein Ohrgeräusch quälend wahrnimmt. Dies ist z.B. möglich, wenn man nach Überlastungen „ent“-nervt ist oder zu viel Stress „um die Ohren“ hat. Dabei ist es oft so, dass der Tinnitus als Warnsignal auch auf eine seelische Not aufmerksam machen kann.

Tinnitus ist ein Symptom, er kann zu einer Krankheit werden, wenn körperliche und psychische Funktionsstörungen bzw. Folgekrankheiten wie Konzentrations-störungen, nervöse Unruhe, Ängste oder Schlafstörungen auftreten. Depressionen mit Rückzug aus der Gemeinschaft und Arbeitsunfähigkeit sind häufig die Folge.

Das Leiden am Tinnitus ist therapierbar

Die Forschung im In- und Ausland hat in letzter Zeit neue, ganz wesentliche Erkenntnisse zur Entstehungsweise und Krankheitsbedeutung von Tinnitus gewonnen.
So entsteht Tinnitus aus einem Zusammenwirken von Hörveränderungen und der ganz persönlichen Art der Stressbewältigung, der vegetativen Reaktionslage, der psychischen Verarbeitungsstrategien und der Körperwahrnehmung auf eine sehr komplexe, aber zugleich individuelle Weise.
Bis zu 12 Wochen nach seinem ersten Auftreten spricht man von einem akuten Tinnitus.  In der Regel erfolgt in diesen Fällen HNO-ärztliche Diagnostik und Akuttherapie, hierfür sind die HNO-Ärztinnen und -Ärzte  Ihre ersten Ansprechpartner.  Eine Tinnitus-Bewältigungstherapie, z.B. die TRT/ADANO, ist  erfahrungsgemäß als Ergänzung der Akuttherapie besonders hilfreich und wirksam!
Besteht das Ohrgeräusch länger als ein Vierteljahr, bezeichnet man es als chronischen Tinnitus. Sie lernen zu jedem Zeitpunkt des Bestehens des Tinnitus mit ihm umzugehen! Gewöhnungsprozesse reduzieren sukzessive die Tinnitus-Wahrnehmung. Tinnitus wird nur 5-10 dB über der Hörschwelle in dem Bereich der größten Hörminderung gemessen, das ist so leise, wie wenn ein Blatt zu Boden fällt.
Ein chronischer Tinnitus ist keine Folge einer anhaltenden Durchblutungsstörung im Innenohr! Die Erklärungsmodelle für Ursachen und Erhaltungsmechanismen des Tinnitus werden in Absprache mit Ihrem behandelnden HNO-Arzt vermittelt.